Beschreibung
Diese bemerkenswerte grasähnliche Pflanze kam in Asien als Eriocaulon sp. „Japan“ in den Handel, so werden im Aquarienhobby jedoch auch ganz andere Eriocaulon-Formen genannt. In Europa bekam sie den Handelsnamen Eriocaulon sp. „Japan Needle Leaf“. Die Artzugehörigkeit ist noch unklar. Die Pflanze ist sicherlich nicht in Japan heimisch und sieht gewissen Eriocaulon-Arten ähnlich, die in Indien in schnell strömenden Flüssen auf Fels-Untergrund vorkommen. Die flexiblen, dunkelgrünen, glatten Unterwasserblätter werden etwa 30-40 cm lang und nur 1,5 mm breit. Sie sitzen zweizeilig (in 2 Reihen) am Wurzelstock – für Eriocaulon ungewöhnlich. Das kriechende bis aufsteigende, kurze, harte Rhizom verzweigt sich stark. Mit der Zeit bildet sich dadurch ein großer, dichter „Grasbusch“. Mitunter bleiben junge Blätter beim Austrieb stecken und werden dann „knitterig“. Man kann diese entfernen, danach treiben normalerweise wieder gerade Blätter aus.
Interessanterweise heftet sich dieses Eriocaulon mit den Wurzeln an harten Materialien wie Steinen und Holz fest, und vermutlich wächst es am Naturstandort auf Fels- und Geröll-Untergrund in Fließgewässern. Es kann im Aquarium also auch als Aufsitzerpflanze verwendet werden, wurzelt ansonsten aber auch im Bodengrund wie andere Eriocaulon-Arten.
Gelegentlich erscheinen Blütenstände, die kürzer als die Blätter bleiben. Wenn sie aus flachem Wasser herauswachsen können, öffnen sich die Blütenköpfe mit vielen winzigen grauweißen Blüten. Bleiben die Blütenstände unter Wasser, entwickeln sich an ihnen Adventivpflanzen.
Ganz im Unterschied zu vielen anderen Eriocaulon-Arten ist Eriocaulon sp. „Japan Needle Leaf“ nach unserer Erfahrung eine ausgesprochen pflegeleichte, recht robuste Pflanze. Sie wächst bei uns sehr gut sowohl in weichem, CO2-reichem Wasser und saurem Substrat (Aquasoil) als auch in Wasser mit mittlerer Karbonathärte, bei ungefähr 21-26 °C. Dieses Eriocaulon ist offenbar auch hinsichtlich der Düngung recht genügsam. Makro- und Mikronährstoffversorgung über die Wassersäule ist ausreichend, ein nährstoffreiches Substrat ist nicht nötig. Die Vermehrung erfolgt durch Teilung des verzweigten Wurzelstocks sowie durch Adventivpflanzen an submersen Blütenständen.
Eriocaulon sp. „Japan Needle Leaf“ stellt mit seinen eleganten, grasartigen Blättern eine Alternative zu anderen schmalblättrigen Hintergrundpflanzen wie Vallisneria gracilis („V. nana“) oder Helanthium bolivianum „Angustifolius“ dar und hat den großen Vorteil, nicht wie diese mit Ausläufern umherzuwuchern. Auch als ungewöhnliche Aufsitzerpflanze bietet es interessante Gestaltungsmöglichkeiten, etwa auf und zwischen Steinen in Bachbiotopbecken. Wenn das Eriocaulon in Oberflächennähe wächst, kann man mit seinen interessant aussehenden kopfigen Blütenständen über dem Wasser rechnen.




